MDTT-Studie

Mai 19, 2022 | Studien | 0 comments

Die Musical Dual Task Training Studie (kurz: MDTT) von Yu-Ling Chen und Yu-Cheng Pei (2018) untersuchte, ob die gleichzeitige regelmäßige Ausführung von zwei Handlungen, eine davon musikalischer Natur, einen positiven Einfluss auf Menschen mit leichter bis mittelschwerer Demenz hat.

Die Heidelberg-Studie (Baden-Württemberg Stiftung 2014) hatte bereits wissenschaftlich untermauert, dass das regelmäßige Ausführen zweier Aufgaben (daher „Dual Task“), die Gangleistung, die Kognition und das Gleichgewicht verbessert. Zwar kommt bereits seit einigen Jahren Musik häufig zum EInsatz bei Demenztraining, jedoch wurde erst im Rahmen der MDTT-Studie der konkrete Zusammenhang und spezifische positive Effekte von Musik gemessen.

Vorgehen:

28 Menschen mit einer bereits diagnostizierten leichten bis mittelgradigen Demenz wurden in Gruppen geteilt, die unterschiedliche zweimonatige Trainings absolvierten: 15 TeilnehmerInnen wurden dem musikbasierten Dual Task Training zugewiesen. Davon hatte ein Teil der ProbandInnen die Doppelaufgabe vertraute Lieder zu singen und gleichzeitig zu gehen (niedrige kognitive Leistung). Der andere Teil sollte ein Instrument spielen und im Seitenschritt gehen (große kognitive Leistung). Dies geschah unter der Leitung von ausgebildeten MusiktherapeutInnen. Die restlichen 13 TeilnehmerInnen führten nicht-musikalische kognitive Aktivitäten aus (z.B. Schach spielen, lesen, schreiben, mathematische Aufgaben lösen, Karten spielen oder Rätsel lösen).

Erkenntnisse:

Da ein verändertes Gangbild und weiterführend eine erhöhte Sturzgefährdung äußerst typische Symptome von Demenz sind (siehe Beauchet MD et al. 2011), war der Fokus der Studie, die Gangleistung und die Sturzwirksamkeit zu untersuchen. Ebenso wurden ProbandInnen bzgl. ihres wahrgenommenen Unruhegefühls untersucht. Abschließend wurde analysiert, ob die Übungen die Aufmerksamkeitsleistung der TeilnehmerInnen verbessert, da auch eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit ein Symptom von Demenz ist.

Die AutorInnen kamen zu dem Ergebnis, dass sich Musik als sekundärer Task sehr positiv auf die Gangleistung, das Gleichgewicht, das wahrgenommene Unruhegefühl und die Aufmerksamkeit auswirkt. Wie wirksam das Musical Dual Task Training ist, lässt sich im Vergleich mit der Kontrollgruppe, die keine musikalischen Aktivitäten ausführten, feststellen. Am Ende der zwei Monate wiesen sie keine signifikante Veränderung in den untersuchten Bereichen auf.

meineHILDA:

Musik wird aktuell im Rahmen der Demenzbetreuung noch immer viel zu selten genutzt. meineHILDA setzt die Erkenntnisse der MDTT-Studie um und vereinigt die zwei Aktivitäten ein Gespräch zu führen und Musik zu hören, sodass das Gehirn optimal aktiviert und trainiert wird.

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