Helsinki-Studie

Mai 19, 2022 | Studien | 0 comments

Die Helsinki-Studie (Särkämö et al. 2014: Cognitive, emotional, and social benefits of regular musical activities in early dementia: randomized controlled study) untersuchte die positive Wirkung von Musik auf Menschen mit einer Demenzerkrankung und auf deren betroffene Bezugspersonen. Ein besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt zu verstehen, ob die Art der musikalischen Aktivität dabei von Bedeutung ist.

Vorgehen:

89 Personen mit einer bereits diagnostizierten leichten bis mittelschweren Demenz nahmen an der Studie der finnischen Helsinki-Universität teil. Jeweils eine Bezugsperson wurde den TeilnehmerInnen zugewiesen. Anschließend wurden drei Gruppen gebildet, die über zehn Wochen lang unterschiedliche Pflegeroutinen erhielten: Gruppe 1 wurde aktiv an Singen herangeführt, bei Gruppe 2 stand passives Musikhören im Vordergrund und bei Gruppe 3 wurde die übliche Behandlung fortgeführt, sodass Musik nicht in die Pflegeroutine eingebaut wurde.

Erkenntnisse:

Die Erkenntnisse zeigten, dass Musik äußerst positiv auf Personen mit Demenz wirkt und dass die Art der musikalischen Aktivität teilweise einen Unterschied macht. Sowohl das Singen (Gruppe 1), als auch das Musikhören (Gruppe 2) hoben die Stimmung der TeilnehmerInnen. Zusätzlich verbesserte sich die Orientierungsfähigkeit und in geringerem Maße auch die Aufmerksamkeit. Des Weiteren steigerte das aktive Musizieren das Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnis, sowie das Wohlbefinden der ProbandInnen. Das passive Musikhören zeigte im Speziellen eine positive Wirkung auf die wahrgenommene Lebensqualität. Sogar die Betreuungspersonen berichteten von einer reduzierten gefühlten Belastung durch die Musik.

Basierend auf der vorliegenden Studie ist das Coaching der BetreuerInnen und KrankenpflegerInnen im Umgang mit einfachen musikalischen Aktivitäten ein anwendbarer und kosteneffizienter Weg, um emotional und kognitiv anregende und bereichernde musikalische Erfahrungen in das Leben vieler älterer Menschen zu bringen. Die Helsinki-Studie erbrachte ebenso den Nachweis, dass sich musikalische Aktivitäten bei leichter bis mittelschwerer Demenz positiv auswirken und daher nicht nur in der Pflege, sondern auch im Bereich der Demenzprävention eingesetzt werden können.

meineHILDA:

Musik wird aktuell im Rahmen der Demenzbetreuung noch immer viel zu selten genutzt. meineHILDA setzt die Erkenntnisse der Helsinki-Studie um und vereinigt die zwei Aktivitäten ein Gespräch zu führen und Musik zu hören, sodass das Gehirn optimal aktiviert und trainiert wird.

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